Peggy Mädler: Wege des Unterwegsseins. Zur Repräsentation von Ostdeutschen in den Leitungspositionen der Berliner Theaterlandschaft

„Der lange Weg nach oben“ heißt eine aktuelle Studie von 2022[1], in der die gesellschaftliche Repräsentation und Karrierewege von Ostdeutschen untersucht werden. Es ist in vielerlei Hinsicht ein langer Weg und zugleich sind es viele Wege in verschiedene Richtungen. Wege des „Unterwegsseins“ in einem einst vierzig Jahre lang geteilten und nun seit über dreißig Jahren wiedervereinigten Land. Es braucht einen langen Atem und möglichst viele Wege, um Barrieren und Stereotype abzubauen. Um Sichtbarkeit und vielschichtige Erzählungen zu schaffen und dem „Othering“ ostdeutscher Identität und Geschichten[2] entgegenzuwirken. Um fehlende Netzwerke und Strukturen aufzubauen und bestehende Ungleichheiten abzubauen. Ungleichheiten, wie das immer noch deutliche Lohngefälle zwischen Ost- und Westdeutschland[3], oder die Vermögens- und Eigentumsunterschiede und damit auch die unterschiedlichen Armutsrisiken in Ost und West[4], welche die Konflikte um hohe Mieten und steigende Preise verschärfen. Ungleichheiten in Bezug auf Karrierewege und Aufstiegschancen. Seit Jahren stellen Studien immer wieder fest, dass Ostdeutsche in Leitungspositionen zum Teil stark unterrepräsentiert sind. Die Repräsentation variiert dabei in Bezug auf verschiedene gesellschaftliche Bereiche und geografische Regionen. Die Hürden sind nicht überall gleich hoch. Am höchsten scheinen sie laut einer Studie des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung im Bereich Militär, Wissenschaft, Justiz und Wirtschaft. Im Bereich Kultur sind laut jener Studie des DeZIM Menschen mit ostdeutscher Herkunft zu 7,3 Prozent in Elitepositionen vertreten – bei einem Bevölkerungsanteil von 19,4 Prozent.[5]

Berlin ist eine ehemals in Ost und West geteilte Stadt, die über eine vielfältige Theaterlandschaft mit zahlreichen landeseigenen Bühnen, privaten Theaterhäusern, freien Spielstätten und Produktionsorten verfügt. Die folgende Darstellung der Repräsentation von Ostdeutschen in den Intendanzen/künstlerischen Leitungen der Berliner Theaterlandschaft basiert auf einer bundesweiten Datenerhebung der Friedrich-Ebert-Stiftung zur Repräsentation Ostdeutscher in den Darstellenden Künsten, die im Herbst 2023 im Rahmen eines kulturpolitischen Dossiers unter Herausgabe von Franziska Richter[6] veröffentlicht wird. Für Berlin fokussiere ich mich auf die durch den Berliner Senat institutionell geförderten Bühnen, Theaterhäuser, Gruppen, Spielstätten und Festivals im Bereich der Darstellenden Künste[7], hierzu werden die Berliner Festspiele als Teil einer bundeseigenen GmbH untersucht. Der Bezugszeitraum ist die Spielzeit 2023/2024, der u. a. ein Leitungswechsel an den Berliner Sophiensaelen vorangeht.

Dabei ist es nicht immer einfach zu sagen, „wer eigentlich „ostdeutsch“ ist“, heißt es u. a. in der Studie des DeZIM[8]. Zählt nur der Geburtsort oder dazu auch das Geburtsjahr? Geht es um eine Sozialisation in der einstigen DDR oder auch um die Auswirkungen von Strukturen, Ungleichheiten, Narrativen und Zuschreibungen auf Nachwendegeborene im geografischen Ostdeutschland oder generell auf Kinder von ostdeutschen Eltern?[9] Für die Erhebung der Friedrich-Ebert-Stiftung wurden öffentlich zugängliche Informationen zu den Geburtsorten der Intendant*innen genutzt, zum Teil ließen der Jahrgang und die Ausbildungswege auf eine jeweilige Sozialisation schließen. Alle untersuchten ostdeutschen Intendant*innen der Erhebung[10] sind älter als 34 Jahre, d. h. sie wurden vor 1989 geboren.

In einem ersten Schritt werden die großen institutionell geförderten Bühnen (mit über 1000 Zuschauer*innenplätzen[11]) untersucht. Das sind in Berlin die Deutsche Oper, der Friedrichstadtpalast, die Staatsoper Unter den Linden und das Staatsballett Berlin, die Komische Oper und die Berliner Festspiele. An diesen sechs Bühnen ist keine ostdeutsch besetzte Intendanz/Theaterleitung zu finden.

Zu den großen institutionell geförderten Theaterhäusern mit über 500 Zuschauer*innenplätzen gehören weiterhin das Berliner Ensemble, das Deutsche Theater Berlin, das HAU Hebbel am Ufer mit seinen verschiedenen Spielstätten, die Schaubühne und die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz. An diesen fünf Häusern ist ebenfalls keine ostdeutsch besetzte Intendanz/Theaterleitung zu finden.

Neben den beiden bereits genannten Theaterhäusern gibt es in Berlin zwei weitere kleinere Staatstheater: das Maxim Gorki Theater mit 440 Zuschauer*innenplätzen und das Kinder- und Jugendtheater Theater an der Parkaue mit 199 Zuschauer*innenplätzen. Letzteres Haus wird von einem künstlerischen Leitungsteam geführt – und eine der beiden Leitungsstellen ist ostdeutsch besetzt.

Von den bisher genannten 13 großen Bühnen in Berlin ist ein Theater in der Leitung zu 50% ostdeutsch besetzt. Dieses Theater gehört zu den Staatstheatern und ist ein bereits vor 1989 existierendes Kinder- und Jugendtheater. Von den 13 genannten Theaterhäusern befinden sich acht Häuser im ehemaligen Ostteil der Stadt.

Im nächsten Schritt werden die konzeptgeförderten Theater, Gruppen und Spielstätten untersucht. Dabei beziehe ich mich auf das Gutachten zur Neuvergabe der Konzeptförderung 2024 bis 2027[12]. Zum Verbleib in der Konzeptförderung werden folgende Theater, Gruppen und Spielstätten empfohlen: ATZE Musiktheater, Ballhaus Naunynstraße, Ballhaus Ost, Constanza Macras I DorkyPark, Dock Art, Heimathafen Neukölln, Kleines Theater am Südwestkorso, Neuköllner Oper, Sophiensaele, Tanzfabrik Berlin, TD Berlin, Theater im Palais, Theater Strahl, Theater Thikwa und die Vagantenbühne. An diesen genannten 15 Theater, Gruppen und Spielstätten, die zum Teil in künstlerischen Teams von zwei oder drei Personen geleitet werden, gibt es ab Spielzeit 2023/24 keine ostdeutsch besetzte Theaterleitung, auch nicht als Teil eines Leitungsteams. Von zwei Personen wurde bis zum Zeitpunkt dieses Artikels (April 2023) keine Angabe zum Geburtsort im Rahmen der Internetrecherche oder anderer öffentlich zugänglicher Informationen/Publikationen gefunden, bei einer der beiden Personen lassen Jahrgang und Studienweg eine westdeutsche Herkunft und Sozialisation vermuten.

Neben den 15 verbleibenden Theatern, Gruppen und Spielstätten werden im Gutachten zwei weitere Spielstätten zur Neuaufnahme in die Konzeptförderung ab 2024 empfohlen: Diese Neuaufnahmen sind das Chamäleon Berlin und das English Theatre Berlin – International Performing Arts Centre. Das Chamäleon Berlin ist eine Spielstätte für den Zeitgenössischen Zirkus in Berlin und hat eine ostdeutsch besetzte Leitung.

Von den insgesamt 17 Theatern, Gruppen und Spielstätten, die für die Konzeptförderung 2024 bis 2027 empfohlen werden, ist also eine Leitung im Bereich des zeitgenössischen Zirkus erkennbar zu 100% ostdeutsch besetzt. Hier muss aber ergänzt werden, dass das English Theatre Berlin – International Performing Arts Centre und das Chamäleon Berlin zwar gutachterlich empfohlen wurden, aber ihre Neuaufnahme in die institutionelle Förderung scheint in der aktuellen Haushaltslage voraussichtlich nicht finanzierbar[13].

Neben den bereits genannten 13 großen Bühnen und Staatstheatern und den 17 konzeptgeförderten Häusern, Gruppen und Spielstätten werden auf der Internetseite der Senatsverwaltung für Kultur und Europa noch 14 weitere Einrichtungen, Gruppen und Festivals im Bereich der Darstellenden Künste genannt, die eine institutionelle Förderung durch das Land Berlin erhalten. Dies sind: die Bar jeder Vernunft, Cie. Toula Limnaios, Gripstheater, Komödie am Kurfürstendamm, Kriminaltheater, Ramba Zamba Theater, Renaissance Theater Berlin, Sasha Waltz & Guests, Schaubude Berlin (im Rahmen von Kulturprojekte GmbH), Schlosspark Theater, Tanz im August, Tipi am Kanzleramt, Wintergarten Varieté und das Berliner Theatertreffen. Von den genannten Einrichtungen, Gruppen und Festivals sind zwei Spielstätten – das Berliner Kriminaltheater und das inklusive Theater Ramba Zamba – in der Leitung zu 100% ostdeutsch besetzt. Das Schlosspark Theater hat mit Dieter Hallervorden einen Intendanten, der vor der Gründung der DDR in Dessau geboren wurde und dem 1958 eine Flucht aus der DDR nach Westberlin geglückt ist. Von einer Person wurde zum Zeitpunkt dieses Artikels (April 2023) keine Angabe zum Geburtsort im Rahmen der Internetrecherche oder anderen öffentlich zugänglichen Informationen/Publikationen gefunden, und da auch keine Informationen zum Jahrgang und zum Ausbildungsweg zu finden waren, lassen sich keine Rückschlüsse auf eine ost- oder westdeutsche Herkunft/Sozialisation ziehen.

Damit wurden insgesamt 43 institutionell durch das Land Berlin geförderte Theater, Spielstätten, Gruppen und Festivals plus ein weiteres Haus – die Berliner Festspiele als Berliner Teil einer bundeseigenen GmbH – untersucht. Von diesen insgesamt 44 Theatern, Spielstätten, Gruppen und Festivals sind drei Spielstätten erkennbar zu 100 Prozent ostdeutsch besetzt: Das Chamäleon Berlin, das Berliner Kriminaltheater und das inklusive Theater Ramba Zamba. Zählt man das Schlosspark Theater und Intendant Dieter Hallervorden dazu, sind es vier Leitungspositionen. Dazu kommt eine geteilte Leitungsposition am Kinder- und Jugendtheater Theater an der Parkaue.

An den großen landeseigenen Bühnen, Staatstheatern und den konzeptgeförderten freien Spielstätten im Bereich Sprech-, Tanz-, Performance- und Musiktheater sind ab Spielzeit 2023/24 bis auf eine geteilte Leitung am Kinder- und Jugendtheater Parkaue keine Ostdeutschen in den Intendanzen zu finden.

Erklärungen für diese Zahlen gibt es viele. Die bereits genannten Studien „Der lange Weg nach oben“ und „Teilhabe ohne Teilnahme“ benennen u. a. nach wie vor fehlende Netzwerke von Ostdeutschen und damit auch fehlende Vorbilder und Mentor*innen in Leitungspositionen. Dazu kommen geringere Einkommen und Rücklagen in ostdeutschen Familien, die sich auch auf Ausbildungs- und Karrierewege auswirken. Diese „Hürden“ in Bezug auf ein ökonomisches, soziales und symbolisches Kapital sind teils den besonderen Eigentumsverhältnissen und politischen Strukturen der DDR geschuldet und zum anderen Nachwirkungen des enormen Transformationsprozesses nach 1989 – der mit Umbrüchen in ostdeutschen Biografien, einem Eliten- und Personaltransfer von West nach Ost und dem Rück- und Umbau von Strukturen, Organisationen und Institutionen in Ostdeutschland einherging – auch innerhalb der Theaterlandschaft.[14] Die daraus resultierenden Ausschlüsse ähneln den strukturellen Ausschlussprinzipien im Bereich des Klassismus, dazu wirken Zuschreibungen und Vorbehalte ostdeutschen Biografien gegenüber. „…viele Personen, die in der DDR aufgewachsen sind“, schreibt Kulturanthropolog*in und Antidiskriminierungstrainer*in Francis Seeck, „mussten die Erfahrung machen, dass ihr ostdeutsches kulturelles Kapital nach der Wende nicht mehr anerkannt wurde“[15]. Während bereits in den 1990er Jahren viele Theaterleitungen in Ostdeutschland westdeutsch besetzt wurden (und auch heute westdeutsch besetzt sind), findet sich auch 2023 in manchen westdeutschen Bundesländern keine einzige ostdeutsch besetzte Intendanz.[16]

Eine Unterrepräsentation in gesellschaftlichen Leitungspositionen kann mit einer Verfestigung von dominanten Erzählungen, gesellschaftlichen Ungleichheiten, Hierarchien und Bildern einhergehen. Mit einer Verfestigung bzw. Verstetigung des strukturellen Ausschlusses. Mit „einer Gewöhnung“ an fehlende Perspektiven, Aufstiegs- und Gestaltungsmöglichkeiten. Eine ostdeutsche Sozialisation/Erfahrungswelt ist einem Menschen nicht „anzusehen“, auch wenn bestimmte Stereotype dies bis heute nahelegen. Es gibt (noch) keine Untersuchungen dazu, wie sich die Unterrepräsentation von Ostdeutschen in den Intendanzen/Leitungen der (Berliner) Theater und Spielstätten auf die Repräsentation ostdeutscher Künstler*innen in den Spielplänen auswirkt. Auf die „Anzahl“ erfolgreicher ostdeutscher Regisseur*innen und ostdeutscher Kollektive an den Stadt- und Staatstheatern und in der freien Szene bundesweit. Auf die Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Kooperationspartner*innen. Auf die Repräsentation ostdeutscher Künstler*innen auf internationalen Theaterbühnen und Festivals.

Natürlich ist ostdeutsche Herkunft alles andere als ein homogenes Konstrukt, sondern besteht aus verschiedenen Perspektiven, Geschichten, Erfahrungen, Wegen und Lebensumständen. Und natürlich sind längst nicht nur Ostdeutsche in den Leitungspositionen der Theater unterpräsentiert. Wenn es um mehr Diversität und Diversitätsentwicklung im Kulturbetrieb geht, fehlen sehr viele Stimmen[17], darunter auch Schwarze und asiatische ostdeutsche Stimmen, Erfahrungen und Positionen[18]. Diverse Perspektiven fehlen in den Leitungsstellen des Kulturbetriebs, in den Spielplänen und Programmen, in den Kollegien und im Publikum. Auch in Ostdeutschland. Zugleich sind ostdeutsche Perspektiven in aktuellen Diversitätsdiskursen wenig vertreten. Hier liegt noch viel Potential für Austausch, Bündnisse und gemeinsames Engagement. Für einen Strukturwandel, im Zuge dessen bestehende Barrieren und Diskriminierungen abgebaut werden und verschiedene Wege des Zugangs (und des Unterwegsseins) entstehen und ausprobiert werden können. Viele Wege bedeuten mehr Möglichkeiten. Mehr Raum fürs Ausprobieren. Mehr Bewegung und Beweglichkeit. Mehr Platz für Unterschiede und Erfahrungen.

[1] „Der lange Weg nach oben. Wie es Ostdeutsche in die Eliten schaffen – Repräsentation und Karrierewege. Entwicklungen nach drei Jahrzehnten deutscher Einheit“, Datenerhebung vom MDR in Zusammenarbeit mit der Universität Leipzig, 2022: https://ostdeutscheswirtschaftsforum.de/wp-content/uploads/2022/06/20220608_Der-lange-Weg-nach-oben_Ostdeutsche-Eliten.pdf

[2] Vgl. u. a.: Daniel Kubiak: „Ostdeutsche Identität der Post-Wende-Generation. Zur Identifikation und zum „Othering“ junger Ostdeutscher“, transcript 2020

[3] Vgl. u. a.: https://www.rnd.de/politik/heute-ist-equal-pay-day-ost-20-prozent-ost-west-lohnlueche-wer-ist-schuld-an-der-lohnluecke-QUVHFFYDYVD5RJ7S5LML4HN4WM.html

[4] Vgl. u. a.: https://www.bpb.de/themen/deutsche-einheit/lange-wege-der-deutschen-einheit/505989/eigentum

[5] Im Bereich Militär liegt die Repräsentation von ostdeutschen bei 0 %, in der Wissenschaft bei 1,5%, in der Justiz bei 2% und in der Wirtschaft bei 4,7%. Vgl. alle Zahlen: DeZIM Research Notes: „Teilhabe ohne Teilnahme? Wie Ostdeutsche und Menschen mit Migrationshintergrund in der bundesdeutschen Elite vertreten sind“, Oktober 2020, S.13. https://www.dezim-institut.de/fileadmin/user_upload/Demo_FIS/publikation_pdf/FA-5009.pdf

[6] Franziska Richter (Hrsg.): „Ostdeutsche Repräsentation und Zukunfts(t)räume in den Darstellenden Künsten. Impulse für eine gesellschaftspolitische Debatte. Ein Dossier.“ (Arbeitstitel), Friedrich-Ebert-Stiftung, Veröffentlichung im Herbst 2023

[7] Der Senat fördert spartenübergreifend über 70 Kultureinrichtungen institutionell. Über die Aufnahme einer solchen dauerhaften Förderung entscheidet das Abgeordnetenhaus im Rahmen der Aufstellung des Haushalts. Die Darstellung umfasst alle hier aufgeführten Einrichtungen im Bereich der Darstellenden Künste, vgl.: https://www.berlin.de/sen/kultur/kultureinrichtungen

[8] Vgl. DeZIM Research Notes, 2020. S.10.

[9] Vgl. auch Raj Kollmorgen: Ostdeutsche Identität(en)?, Bundeszentrale für politische Bildung, 2022: https://www.bpb.de/themen/deutsche-einheit/lange-wege-der-deutschen-einheit/506139/ostdeutsche-identitaet-en

[10] Das umfasst alle Intendant*innen, zu denen öffentlich zugängliche Informationen zu Geburtsort und Geburtsjahr gefunden werden konnten.

[11] Die Daten zu Zuschauer*innenplätzen basieren ebenfalls auf öffentlich zugänglichen Informationen im Internet.

[12] https://www.berlin.de/sen/kultur/foerderung/foerderprogramme/darstellende-kuenste-tanz/202427_gutachten_konzeptfoerderung.pdf

[13] Vgl. dazu den aktuellen Jurykommentar zur mehrjährigen Projektförderung, in dem es heißt „Da die Förderungen in der aktuellen Haushaltslage jedoch nicht finanzierbar sind, lagen nun beide Anträge in unserem Juryverfahren vor. Wir befürworten das Gutachten, mussten beide Häuser jedoch innerhalb des Budgetgefüges der Projektförderung jurieren. Dabei ist zu bedauern, dass das Genre neuer Zirkus in diesem Förderinstrument zwar gewünscht ist, jedoch im konkreten Fall aufgrund der eklatanten Diskrepanz zwischen Bedarf und Fördergefüge hier nicht ansatzweise bezahlbar ist. Das Chamäleon wäre, wie empfohlen, in der
institutionellen Förderung tatsächlich besser aufgehoben.“ Das English Theatre Berlin wurde entsprechend von der Jury für die mehrjährige Projektförderung empfohlen, das Chamäleon Berlin jedoch nicht.

https://www.berlin.de/sen/kultgz/aktuelles/pressemitteilungen/2023/pressemitteilung.1329568.php

[14] Vgl. u. a.: Torben Ibs: Umbrüche und Aufbrüche. Transformationen des Theaters in Ostdeutschland zwischen 1989 und 1995. Theater der Zeit, 2016. „Wie in vielen Bereichen der Gesellschaftspolitik wurden auch im Feld des Theaters die westdeutschen Regeln durchgesetzt und übernommen“, heißt es auch in einem aktuellen Essay von Henning Fülle: „Und jetzt, freie Szene?“, Theater der Zeit, 4/2023: https://tdz.de/artikel/e74b9951-5305-4ba1-9150-3e91ad580d32

[15] „Francis Seeck: „Sollen wir dann etwa Helene Fischer spielen? – Klassismus im Kulturbetrieb“, Diversity Arts Culture Berlin, 2022: https://diversity-arts-culture.berlin/magazin/sollen-wir-dann-etwa-helene-fischer-spielen. Vgl. auch Francis Seeck: „Zugang verwehrt. Keine Chance in der Klassengesellschaft: wie Klassismus soziale Ungleichheit fördert.“ Atrium Verlag, 2022

[16] Vgl. die konkreten Zahlen und Daten bei: Franziska Richter (Hrsg.): „Ostdeutsche Repräsentation und Zukunfts(t)räume in den Darstellenden Künsten. Impulse für eine gesellschaftspolitische Debatte. Ein Dossier.“ (Arbeitstitel), Friedrich-Ebert-Stiftung, Veröffentlichung im Herbst 2023

[17] Vgl. u. a. die verschiedenen Studien zum Kulturbetrieb und Handlungsempfehlungen, die Diversity Arts Culture Berlin beauftragt hat bzw. vorstellt und bündelt: https://diversity-arts-culture.berlin/diversity-arts-culture/zahlen-und-fakten.

[18] Wichtige Stimmen sind hier zum Beispiel Tupoka Ogette, Pham Minh Duc, Katharina Warda, Olivia Wenzel und viele andere.